Heute vor 20 Jahren habe ich mich zum ersten Mal in einem Fitnessstudio angemeldet. Seit dem betreibe ich fast durchgehend, ohne größere Unterbrechungen meinen Kraftsport. Und so jährt sich dann gleich im April auch meine 10 jährige hauptberufliche Selbstständigkeit als Personal Trainer.
Alles begann mit der Aufforderung meines Vaters, endlich mal wieder Sport zu treiben, um einen ordentlichen Ausgleich zu meiner Schule zu haben und nicht nur mit Freunden rumzuhängen. Als sich dann einige Freunde in einem Fitnessstudio anmeldeten, kam ich einfach zum Spaß mit und probierte mich dort mal aus. Als 16 jähriger erkannte ich neben den gesundheitlichen Aspekten und der Tatsache, dass mir der Ausgleich zur Schule wirklich gut tun würde, auch die Nebenwirkungen, dass ich meinen Körper damit formen kann und an Kraft gewinne. Wenn ich auch diese positiven Nebenwirkungen gerne in Kauf genommen habe, fand ich dann doch mehr und mehr Spaß am Training selbst.
Bis heute steht für mich der Spaß im Vordergrund und nicht das Aussehen. Das ist vielleicht auch genau der eine Grund, weshalb ich dabei geblieben bin. Sowohl das Training selbst, als auch das gute Gefühl danach, geben mir so viel, dass ich auch nicht daran denken würde aufzuhören. Überlegungen, ob ich vielleicht süchtig sein könnte, kann ich nach der Corona Pause (da gab es nur Outdoor Training mit Bändern) und den vielen Urlauben, in denen ich nie trainierte, verneinen. Der Hormon-Cocktail allerdings ist etwas, auf den ich nur ungern verzichten möchte. Dazu kommt, dass beim Training mit schweren Gewichten auch ein fast schon meditativer Zustand erreicht wird, welcher mich alles ausblenden lässt, das gerade um mich herum passiert und mich auch sonst in meinem Leben gerade beschäftigt. Das hilft mir ungemein mal abzuschalten.
Heute, nach 20 Jahren Erfahrung, kann ich auf viel praktisches Wissen zurückgreifen und in mein Personal Training einbauen. Diese Erfahrungen weitergeben zu können, sowohl mental, als auch körperlich, ist ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit geworden. Auch ich kenne trotz all der Liebe zu meinem Sport immer noch den inneren Schweinehund, auch wenn dieser sich kaum mehr zu zeigen traut. Auch ich kenne Wehwehchen und das Zwicken an so mancher Stelle, weil ich mittlerweile auch schon Mitte 30 bin. Aber genau das hilft mir zusätzlich, meine Klienten zu verstehen und an mir selbst erprobte Methoden weiterzugeben.
Ich kann nicht sagen wie es weitergehen wird, wenn es nochmal 20, oder mehr Jahre sein werden. Aber ich weiß, dass ich noch Lust auf mindestens 20 weitere Jahre habe, in denen ich meinen Lieblingssport ausüben kann.
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